Zurück in die Zukunft

Wie sich Hollywood in den 1980ern das Jahr 2015 vorstellte

Im Kultfilm „Zurück in die Zukunft 2“ aus dem Jahr 1989 reist Hauptfigur Marty McFly (Michael J. Fox) ins Jahr 2015. Um unsere heutige Gegenwart möglichst glaubhaft darzustellen, beschäftigten die Filmemacher aus Hollywood damals insgesamt acht sogenannte „Zukunftsberater“. Und tatsächlich lagen diese mit einigen Vorraussagen bezüglich technischer Entwicklungen erstaunlich richtig.

DAS NETZBack to the future

Zugegeben fliegende Autos wird man sicherlich auch in weiterer Zukunft noch vergeblich am Himmel suchen und die Erfindung der Zeitmaschine dürfte auch noch etwas auf sich warten lassen. Aber beispielsweise bei den Kommunikationsmedien bewiesen die zuständigen Experten einigen Weitblick. Ein paar Beispiele:
Während Marty im Film von seinem Chef via Bildschirmtelefonie verhört wird, sind auf dem Flachbildfernseher personenbezogene Daten eingeblendet. An das Telefonieren über Monitor sind wir dank Skype seit Jahren genauso gewöhnt, wie an das selbstverständliche Teilen und Abfragen von Informationen unserer Facebook-Freunde. Die Polizisten im 2015 aus „Zurück in die Zukunft II“ haben ihre Kommunikationsgeräte am Handgelenk. Dieses Privileg ist im realen Heute dank der Smartwatch nicht nur den Ordnungshütern vorbehalten.

 „Moto360Cropped“ von Raysonho @ Open Grid Scheduler / Grid Engine <a/> Eigenes Werk. Lizenziert unter CC0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Moto360Cropped.JPG#/media/File:Moto360Cropped.JPG
Smartwatches: Kommunizieren über die Arbanduhr
Foto: „Moto360Cropped“ von Raysonho @ Open Grid Scheduler / Grid Engine
Eigenes Werk. Lizenziert unter CC0 über Wikimedia Commons

Martys Kinder tragen Brillen mit welchen telefoniert werden kann und die in der Lage sind Medien abzuspielen. Die Beta-Version einer Brille dieser Art kam letztes Jahr unter dem Namen Google Glass in den USA auf dem Markt – und floppte. In Europa waren die Datenbrillen nie erhältlich. Aber in wenigen Tagen kann diese Realität gewordene Fiktion und zahlreiche weitere spannende Kommunikationsmedien in der Netzausstellung entdeckt werden.

Bald in der Netzausstellung zu sehen: Die Google-Brille „Google Glass Main“ von Tim.Reckmann - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Google_Glass_Main.jpg#/media/File:Google_Glass_Main.jpg
Bald in der Netzausstellung zu sehen: Die Google-Brille
Foto: „Google Glass Main“ von Tim.Reckmann
Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

Auch die zunehmende Alltagspräsenz von Drohnen ahnte der Film voraus. Zwar wird es wohl noch ein wenig dauern bis sie wie im Film Hunde Gassi führen, dass wir aber Pakete durch die fliegenden Roboter geliefert bekommen wird bereits diskutiert. Im militärischen Bereich werden Drohnen schon lange eingesetzt. Eine Aufklärungsdrohne der Bundeswehr kann bald innerhalb der Themeninsel „Maps“ betrachtet werden.

Längst möglich ist auch das Öffnen von Tür-Schlössern per Scan des Daumenabdrucks. Allerdings hat sich diese Technik nicht wie im Film prognostiziert durchgesetzt. Auch aufgrund von Sicherheitsmängeln. In unserer Ausstellung wird gezeigt wie diese Sicherheitstechnik gehackt werden konnte.

Ein Hoverboard, das fliegende Skateboard haben wir leider noch nicht in unserer Sammlung. Allerdings hat ein amerikanischer Autohersteller kürzlich eines zu Werbezwecken entwickelt, das im Moment auf einem eigens errichteten Parcours in Spanien getestet wird. Kaum zu glauben, aber seht selbst:

Veröffentlicht von

Sebastian Hamburger

ist wissenschaftlicher Volontär in der Abteilung Mathematik und Informatik im Deutschen Technikmuseum in Berlin. Seit etwa einem Jahr ist er Teil des Projektteams „Das Netz“.

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